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Ludwigsburg:

Bruchbude oder Nobelwohnraum -

sollen das die zukünftigen Alternativen sein ?

 

 

Die Entscheidung der ECE für die Sanierung des Marstallcenter heizt die Immobilienspekulationen in der „Unteren Stadt“ an!

 

Kaum ist bekannt, dass sich für den immer einsamer werdenden Einkaufskomplex, dem Marstall-Center, ein neuer Investor gefunden hat, der mit einem Kapital von etwa 100 Millionen € dieses Zentrum wieder zum Leben und somit die komplette „Untere Stadt“ aus ihrem Dornröschenschlaf erwecken möchte, schlagen im Schatten dieser erfreulichen Ereignisse die ersten Immobiliengeier gnadenlos zu.

                                                                

Hier muss sofort und massiv gegengesteuert werden. Der Wohnraum muss saniert werden, da sind sich wohl alle einig, er darf aber nicht, zum Wohl von Spekulanten, in unbezahlbaren Luxuswohnraum umgebaut werden.

 

War die Gegend, um die Bietigheimer Str., der „Unteren Kasernenstr.“, der Talstr., der Bauhofstr, Ziegelgasse und dem Postgässle, bisher ein sozialer Brennpunkt, an dem man die miesesten „Löcher“ in schäbigstem Zustand für teures Geld Migranten und armen Mitbürgern als Wohnraum anbot, schmeißt man diese heute einfach raus.

 

Dank dem zu erwartenden Aufschwung sind bereits die ersten Mieter in großer Zahl vertrieben und dem Beginn der Luxussanierung der Immobilien steht nichts mehr im Wege. Es ist schön, wenn ein Stadtteil aufgewertet wird, es muss aber Sorge getragen werden, dass die ursprünglichen Bewohner der Quartiere bei dem Aufschwung nicht unter die Räder kommen. Notunterkünfte der Stadt sind hier keine akzeptable Lösung.

 

Nach 30 Jahren in diesem Viertel muss ich mit vielen anderen, zum Teil schon sehr lange hier lebenden und verwurzelten Nachbarn unseres Quartiers miterleben, wie aus Angst vor der Zukunft – denn niemand hier kann den Preis für eine Nobelwohnung zahlen – ein Mieter nach dem anderen aufgibt und in ihm fremde Stadtteile umzieht, in denen er niemanden kennt.

 

Das kann nicht im Sinne der Ziele der Zukunftskonferenz liegen, Menschen aus ihren angestammten Quartieren zu vertreiben und in einem neuen, fremden Umfeld der Einsamkeit zu überlassen. Vielmehr sollten die Verantwortlichen der Stadt darüber nachdenken, wie man diese einmalige Chance nutzen kann, um bezahlbaren, attraktiven Wohnraum für die Stammbevölkerung in einem Miteinander von Jung und Alt schaffen kann. Dafür will ich mich weiterhin einsetzen !

 

Ihr Thomas Bartl

 

Graue Panther

Kreisverband Ludwigsburg